Fortsetzung von Pink Moments im April und mai 2026
Ein weiterer Blick auf fünfzig Jahre queere Film- und Kinogeschichte Frankfurts. Ein Film – Rosa von Praunheims Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt – spielte mit seinem Erscheinen 1971 eine wesentliche Rolle in der Entstehung der bundesdeutschen Schwulenbewegung. In der Lesbenbewegung wurde Jan Oxenbergs A Comedy of Six Unnatural Acts zum Auslöser selbstkritischen Coming-outs auf der Leinwand.
Die Filmauswahl von PINK MOMENTS ist in Rückschau auf die schwule und lesbische Kinoarbeit in Frankfurt entstanden – anhand von Dokumenten und Erinnerungen – und in Erwartung eines heutigen Publikums. Was immer ein queerer Blick entdecken mag...
Nach einer glanzvollen Eröffnung am 21.2.2026 im Historischen Museum mit über 200 Besucher*innen, Filmprogramm und Gästen, Ausstellung von raren Dokumenten aus 5 Jahrzehnten queerer Kinoarbeit und regem Barbetrieb geht es nun weiter.
Die Filmreihe ist Rosa von Praunheim (1942-2025) gewidmet.
Ein Programm von Karola Gramann und Heide Schlüpmann in Zusammenarbeit mit Andreas Beilharz und Björn Schmitt (DFF), Gunter Deller (mal seh’n Kino), Gloria Pfister und Marlene Hofmann (Pupille – Kino in der Uni).

Urheber*in: Markus Tiarks. Verwendung mit freundlicher Genehmigung von missingFILMS.
TERMINE UND ORTE:
16.-18. April - Kino des Deutschen Filmmuseums
22. April - mal seh'n Kino
4.-5. Mai - Pupille - Kino in der Uni
FREIER EINTRITT – Spenden willkommen
Wenn ein*r noch Amateurfilmmaterial in einem Karton unter dem Bett hat, Super 8-Filme oder auch Videos, und sie wiedersehen möchte oder auch zeigen, kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen:
info@luqs-frankfurt.de
PROGRAMM
Kino des Deutschen Filmmuseums
Do, 16.4., 18 Uhr
PRAUNHEIM MEMOIRES
DE 2014. R: Rosa von Praunheim. Farbe. 82 min. DCP
Praunheim setzt seiner Herkunft ein filmisches Denkmal, ein äußerst lebendiges und unterhaltsames. Der Film ist zugleich Einführung in die Lebensgeschichte und in das künstlerische Universum des Filmemachers, Gesellschaftsgeschichte der Stadt und ein spannender Blick auf ihre Gegenwart.
Vorgestellt von Gunter Deller
Kino des Deutschen Filmmuseums
Do, 16.4., 20 Uhr
ROSAS HIMMEL
Ein Film- und Gesprächsprogramm in Erinnerung an Rosa von Praunheim. Uraufführung des Fotofilms von Elfi Mikesch (DE 2026. Farbe. 10 min. DCP), Rosas Himmel. Elfi Mikesch, Freundin, Weggefährtin seit den 1960er Jahren und Kamerafrau bei vielen Praunheim-Filmen ist zu Gast. Ebenso Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler und Mitautor von Nicht der Homosexuelle ist pervers… Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film.
DER ROSENKÖNIG
DE, PT 1968. R: Werner Schroeter. D: Mostefa Djadjam, Magdalena Montezuma, Antonio Orlando. Farbe. 106 min. 35mm
Statt einer Geschichte gibt es Fragmente, statt einer Erzählung ein Kamera-Poem für drei Körper. Einzig die Kinder aus Sintra erinnern daran, dass der Film ein reales Gelände, Landschaften aus Portugal, abbildet. Die Kinder tauchen als Gruppe auf, als Voyeure und Lauscher, die gespannt verfolgen, wie sich auf der Rosenzüchterei die Mutter Anna, ihr Sohn Albert und dessen Gehilfe Arnold in ein tödliches Dreieck verstricken. Magdalena Montezumas letzte Rolle.
Vorgestellt von Elfi Mikesch, Kamera, und Toby Ashraf
Kino des Deutschen Filmmuseums
Fr, 17.4., 17.30 Uhr
BEFORE STONEWALL
USA 1984. R: Greta Schiller und Robert Rosenberg. Farbe. 87 min. DCP. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm erzählt vom Alltag und vom Leben queerer US-Amerikaner:innen vor dem Stonewall-Aufstand. Mit seltenem Archivmaterial, Filmausschnitten und Fotos, mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten (Allan Ginsberg, Audrey Lourde), vor allem aber mit Aussagen „ganz normaler“ schwuler, lesbischer und trans* Personen aus der breiten Bevölkerung erzählt der Film die Geschichte des allmählichen Sichtbarwerdens queerer Identitäten in der US-Gesellschaft.
THE INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM
USA 1986. R: Greta Schiller und Andrea Weiss. Farbe. 30 min. 16 mm. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
In den 1940er Jahren gab es reine Frauenbands, die den besten Jazz ihrer Zeit gespielt haben. Die „International Sweethearts of Rhythm“ mischten seit ihrer Gründung 1939 kräftig im Jazzgeschäft mit – als 16-köpfiges Frauenpower-Orchester, das es bis in die größten Clubs von New York und Chicago schaffte. Musikerinnen wie die Trompeterin Tiny Davis oder die Drummerin Ruby Lucas teilten dabei nicht nur den Swing miteinander, sondern auch eine lebenslange Beziehung.
Kino des Deutschen Filmmuseums
Fr, 17.4., 20.30 Uhr
„Ich liebe Dich“* – LANGER KURZFILMABEND
Eine eklektische Ausschweifung in kurzen Filmen, selten gezeigten Analog-Kopien, vom ersten Lesben-Film-Festival 1987 bis zur Entdeckung der Filme von Annette Kennerley beim Remake 2025.
Ein erneuter Blick auf filmische Formen und Themen: Arbeiten von Ikonen des Queer Cinema wie Barbara Hammer, Jan Oxenberg, Matthais Müller, R.W. Fassbinder, Peggy Ahwesh, Kenneth Anger, Su Friedrich und (Wieder-)Entdeckungen: Filme von Wilhelm Hein, Frans Zwartjes, Thomas Feldmann und anderen.
* Titel des Porträtfilms Manfred Salzgeber von Wilhelm Hein
Kino des Deutschen Filmmuseums
Sa, 18.4., 15.30 Uhr
LOOKING FOR LANGSTON
GB 1989. R: Isaac Julien. s/w. 46 min. 16mm. Englische Originalfassung mit deutschem Vorspann
Der 1989 entstandene, in prächtigem Schwarz-Weiß gedrehte Film Looking for Langston ist eine lyrische Erkundung – und Nachstellung – der privaten Welt des Dichters, Romanciers, Dramatikers, Kolumnisten und Sozialaktivisten Langston Hughes (1902-1967) und seiner Schwarzen Künstler- und Schriftstellerkolleg*innen, die in den 1920er-Jahren die literarische und künstlerische Bewegung Harlem-Renaissance bildeten. Regisseur Sir Isaac Julien war während der Arbeit an diesem Film Teil des Sankofa Film and Video Collective, das sich für die Entwicklung des unabhängigen Schwarzen Filmschaffens einsetzte.
THE ANGELIC CONVERSATION
GB 1975. R: Derek Jarman. Farbe. 78 min. 35mm. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
„Mein strengster Film, und gleichzeitig der, der mir am meisten am Herzen liegt. The Angelic Conversation ist ein Film mit Menschen, die ich mag, an Orten und in Räumen, die ich mag. Der größte Teil des Materials wurde auf der Isle of Grain gedreht, im Osten Londons an der Mündung der Themse, eine sehr geheimnisvolle Landschaft…“ (Derek Jarman)
Kino des Deutschen Filmmuseums
Sa, 18.4., 18.30 Uhr
SALOME
USA 1923. R: Charles Bryant. D: Alla Nazimova, Rose Dione, Mitchell Lewis. 73 Min. 35mm. Stumm mit englischen Zwischentiteln. Live-Musikbegleitung: Maud Nelissen
Der Film aus Nazimovas Stummfilmkarriere mit der bei weitem nachhaltigsten kulturellen Bedeutung war der überaus stilisierte Spielfilm Salome, in dem sie selbst spielte. Als extravagante und leicht anzügliche Art-Nouveau-Adaption der biblischen Geschichte mit Kulissen und Kostümen von Natacha Rambova im Stil von Aubrey Beardsley wurde der Film als feministischer Meilenstein gefeiert und als Kultobjekt verehrt. Kenneth Angers Behauptung, Nazimova habe ausschließlich „homosexuelle“ Darsteller:innen engagiert, lässt sich nicht verifizieren, hat aber nach wie vor große Wirkung. Wie die Filmhistorikerin Patricia White es ausdrückt, gilt Salome heute als einzigartiger Versuch, einen „weiblichen Filmmodernismus” zu schaffen. Der Film wurde im Jahr 2000 in das National Film Registry aufgenommen.
Die Pianistin und Komponistin Maud Nelissen ist ein Star internationaler Stummfilmfestivals wie Bologna oder das San Francisco SFF. Sie war häufig auch in Frankfurt am Main bei Retrospektiven und Festivals (u.a. Germaine Dulac, Asta Nielsen, Alice Guy sowie Remake Frankfurter Frauen Film Tage) zu hören.
Mal seh’n Kino
Di, 22.4, 20 Uhr
Langer Abend der Verführungen
VERFÜHRUNG – DIE GRAUSAME FRAU
DE 1985, Regie: Elfi Mikesch, Monika Treut. Farbe. 84 min. DCP
Der in einem collagenhaft-surrealen Stil inszenierte Film schildert die sadomasochistischen Erlebnisse einer Gruppe von Individuen im irisierenden Umkreis einer Domina und wurde durch Leopold von Sacher Masochs Roman Venus im Pelz inspiriert. Mit Udo Kier, Georgette Dee, Mechthild Grossmann, Carola Regnier, Peter Weibel u.s.
Gäste Monika Treut und Bernadette Kolonko
THE ATTENDANT
GB 1993, Regie: Isaac Julien. Farbe. 8:30 min. 35mm (Kopie angefragt, unbestätigt)
Isaac Julien inszeniert die Geschichte der Sklaverei und das homoerotische Begehren eines schwarzen Museumswärters als barocke Schwulen-Revue. Fremd gleitet die Kamera im Film durch die nächtliche Sammlung des New Yorker Museums und erlaubt in rhythmischen Blitzlichtern ungewohnte Blicke.
TAUSEND KÜSSE AN WANDA
DE 1994, Regie: Eva Heldmann. Farbe. 22 min. DCP
In einem Kinosaal inszenieren Frauen ihre sexuellen Phantasien. Die Bilder versuchen, eine weibliche, pornographische Welt entstehen zu lassen. Der vermutlich einzige pornografische Film, der im Kino mal seh’n gedreht wurde.
In Anwesenheit von Eva Heldmann und einiger Mitwirkender
Pupille – Kino in der Uni
4.5. 19 Uhr
TRANSNORMAL* - Kurzfilmprogramm
Trans*: Stimmen, Selbstbilder, Männlichkeiten
Die Filme zeigen trans* maskuline Personen in kraftvollen (Selbst-)Porträts, in denen sie über ihr Leben, ihre Identität und ihr Begehren reflektieren. Zusammen bilden sie ein vielstimmiges Ensemble, das persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Momentaufnahmen und historische Zeitzeugenschaft verbindet und die Sichtbarkeit von Trans*identität sowie Selbstbestimmung eindrücklich erfahrbar macht.
*Danke an Manuela Mock
MAX
DE 1992, Regie: Monika Treut. Farbe. 27 min. DCP. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Max Wolf Valerio offenbart seinen Weg als trans* Mann. Selbstbewusst und mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit zur Selbstanalyse erzählt er von seinen Erfahrungen mit Testosteron und Trans*feindlichkeit in der queeren Community.
BOYS IN THE BACKYARD
GB 1997, Regie: Annette Kennerley. Farbe. 22 min. DCP. Englische Originalfassung
Sommer 1993, ein Stück Trans*leben in San Francisco. In ihrem Hinterhof sprechen
Matt und Jo über ihre Daddy-Boy-Beziehung, Tattoos und Tomatenpflanzen.
MATT
GB 1998, Regie: Annette Kennerley. Farbe. 18min. DCP. Englische Originalfassung
Fünf Jahre nach der Entstehung des Videoporträts Boys in the Backyard trifft die Filmemacherin Matt wieder, der von den Erfahrungen und Veränderungen in seinem Leben erzählt.
Gast Annette Kennerley
BAMBI
FRA 2013, Regie: Sébastien Lifshitz. Farbe. 60 min. DCP. Französische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Marie-Pierre Pruvot (Bambi) wird in Algerien geboren und arbeitet zunächst in Algier, später in Paris als Cabarettänzerin. Auf einfühlsame Weise erzählt Sébastien Lifshitz von einer Trans*frau, die ihr Leben selbstbestimmt gestaltet – in einer Zeit, in der die gesellschaftliche Akzeptanz von Transidentitäten noch in weiter Ferne liegt. Wir sehen ihr dabei zu, wie sie sich immer wieder neu entdeckt, (er)findet und sich damit konsequent jeder Fremdzuschreibung entzieht. Als persönliches und dokumentarisches Element ergänzen Bambis eigene Super-8-Aufnahmen die Filmarbeit von Lifshitz und geben intime Einblicke in ihr Leben. Bambi erhielt auf der Berlinale den Teddy Award als bester Dokumentarfilm.
Pupille – Kino in der Uni
5.5. 20.15 Uhr
THE AGGRESSIVES
USA 2005, Regie: Daniel Peddle. Farbe. 75 min. DCP. Englische Originalfassung mit englischen Untertiteln
The Aggressives ist ein Dokumentarfilm, in dem der Filmemacher Daniel Peddle über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Gruppe Schwarzer Lesben und gender-nonkonformer Personen in ihrem Alltag und ihren Beziehungen begleitet. Der Film, der als einer der ersten trans* Personen of Color in den Mittelpunkt stellt, verhandelt unterschiedliche Umgangsweisen mit Genderidentitäten. Diese erscheinen oft ambivalent und greifen teilweise selbst auf queerfeindliche und misogyne Stigmatisierungen zurück, geben zugleich jedoch einen wichtigen Einblick darin, wie der Diskurs von und über Gender und Sexualität in der Schwarzen queeren und Trans*-Community im New York der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre geführt wurde.
PINK MOMENTS ist eine Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreises Queere Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Frankfurt und der Kinothek Asta Nielsen, dem Kino im Deutschen Filmmuseum, dem mal seh’n Kino und Pupille – Kino in der Uni. Der Frankfurter Arbeitskreis Queere Stadtgeschichte wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt. PINK MOMENTS wird gefördert vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt, dem Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt und der Mariann Steegmann Foundation.



Fortsetzung von Pink Moments im April und mai 2026
Ein weiterer Blick auf fünfzig Jahre queere Film- und Kinogeschichte Frankfurts. Ein Film – Rosa von Praunheims Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt – spielte mit seinem Erscheinen 1971 eine wesentliche Rolle in der Entstehung der bundesdeutschen Schwulenbewegung. In der Lesbenbewegung wurde Jan Oxenbergs A Comedy of Six Unnatural Acts zum Auslöser selbstkritischen Coming-outs auf der Leinwand.
Die Filmauswahl von PINK MOMENTS ist in Rückschau auf die schwule und lesbische Kinoarbeit in Frankfurt entstanden – anhand von Dokumenten und Erinnerungen – und in Erwartung eines heutigen Publikums. Was immer ein queerer Blick entdecken mag...
Nach einer glanzvollen Eröffnung am 21.2.2026 im Historischen Museum mit über 200 Besucher*innen, Filmprogramm und Gästen, Ausstellung von raren Dokumenten aus 5 Jahrzehnten queerer Kinoarbeit und regem Barbetrieb geht es nun weiter.
Die Filmreihe ist Rosa von Praunheim (1942-2025) gewidmet.
Ein Programm von Karola Gramann und Heide Schlüpmann in Zusammenarbeit mit Andreas Beilharz und Björn Schmitt (DFF), Gunter Deller (mal seh’n Kino), Gloria Pfister und Marlene Hofmann (Pupille – Kino in der Uni).
TERMINE UND ORTE:
16.-18. April - Kino des Deutschen Filmmuseums
22. April - mal seh'n Kino
4.-5. Mai - Pupille - Kino in der Uni
FREIER EINTRITT – Spenden willkommen
PROGRAMM
Kino des Deutschen Filmmuseums
Do, 16.4., 18 Uhr
PRAUNHEIM MEMOIRES
DE 2014. R: Rosa von Praunheim. Farbe. 82 min. DCP
Praunheim setzt seiner Herkunft ein filmisches Denkmal, ein äußerst lebendiges und unterhaltsames. Der Film ist zugleich Einführung in die Lebensgeschichte und in das künstlerische Universum des Filmemachers, Gesellschaftsgeschichte der Stadt und ein spannender Blick auf ihre Gegenwart.
Vorgestellt von Gunter Deller
Kino des Deutschen Filmmuseums
Do, 16.4., 20 Uhr
ROSAS HIMMEL
Ein Film- und Gesprächsprogramm in Erinnerung an Rosa von Praunheim. Uraufführung des Fotofilms von Elfi Mikesch (DE 2026. Farbe. 10 min. DCP), Rosas Himmel. Elfi Mikesch, Freundin, Weggefährtin seit den 1960er Jahren und Kamerafrau bei vielen Praunheim-Filmen ist zu Gast. Ebenso Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler und Mitautor von Nicht der Homosexuelle ist pervers… Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Film.
DER ROSENKÖNIG
DE, PT 1968. R: Werner Schroeter. D: Mostefa Djadjam, Magdalena Montezuma, Antonio Orlando. Farbe. 106 min. 35mm
Statt einer Geschichte gibt es Fragmente, statt einer Erzählung ein Kamera-Poem für drei Körper. Einzig die Kinder aus Sintra erinnern daran, dass der Film ein reales Gelände, Landschaften aus Portugal, abbildet. Die Kinder tauchen als Gruppe auf, als Voyeure und Lauscher, die gespannt verfolgen, wie sich auf der Rosenzüchterei die Mutter Anna, ihr Sohn Albert und dessen Gehilfe Arnold in ein tödliches Dreieck verstricken. Magdalena Montezumas letzte Rolle.
Vorgestellt von Elfi Mikesch, Kamera, und Toby Ashraf
Kino des Deutschen Filmmuseums
Fr, 17.4., 17.30 Uhr
BEFORE STONEWALL
USA 1984. R: Greta Schiller und Robert Rosenberg. Farbe. 87 min. DCP. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm erzählt vom Alltag und vom Leben queerer US-Amerikaner:innen vor dem Stonewall-Aufstand. Mit seltenem Archivmaterial, Filmausschnitten und Fotos, mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten (Allan Ginsberg, Audrey Lourde), vor allem aber mit Aussagen „ganz normaler“ schwuler, lesbischer und trans* Personen aus der breiten Bevölkerung erzählt der Film die Geschichte des allmählichen Sichtbarwerdens queerer Identitäten in der US-Gesellschaft.
THE INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM
USA 1986. R: Greta Schiller und Andrea Weiss. Farbe. 30 min. 16 mm. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
In den 1940er Jahren gab es reine Frauenbands, die den besten Jazz ihrer Zeit gespielt haben. Die „International Sweethearts of Rhythm“ mischten seit ihrer Gründung 1939 kräftig im Jazzgeschäft mit – als 16-köpfiges Frauenpower-Orchester, das es bis in die größten Clubs von New York und Chicago schaffte. Musikerinnen wie die Trompeterin Tiny Davis oder die Drummerin Ruby Lucas teilten dabei nicht nur den Swing miteinander, sondern auch eine lebenslange Beziehung.
Kino des Deutschen Filmmuseums
Fr, 17.4., 20.30 Uhr
„Ich liebe Dich“* – LANGER KURZFILMABEND
Eine eklektische Ausschweifung in kurzen Filmen, selten gezeigten Analog-Kopien, vom ersten Lesben-Film-Festival 1987 bis zur Entdeckung der Filme von Annette Kennerley beim Remake 2025.
Ein erneuter Blick auf filmische Formen und Themen: Arbeiten von Ikonen des Queer Cinema wie Barbara Hammer, Jan Oxenberg, Matthais Müller, R.W. Fassbinder, Peggy Ahwesh, Kenneth Anger, Su Friedrich und (Wieder-)Entdeckungen: Filme von Wilhelm Hein, Frans Zwartjes, Thomas Feldmann und anderen.
* Titel des Porträtfilms Manfred Salzgeber von Wilhelm Hein
Kino des Deutschen Filmmuseums
Sa, 18.4., 15.30 Uhr
LOOKING FOR LANGSTON
GB 1989. R: Isaac Julien. s/w. 46 min. 16mm. Englische Originalfassung mit deutschem Vorspann
Der 1989 entstandene, in prächtigem Schwarz-Weiß gedrehte Film Looking for Langston ist eine lyrische Erkundung – und Nachstellung – der privaten Welt des Dichters, Romanciers, Dramatikers, Kolumnisten und Sozialaktivisten Langston Hughes (1902-1967) und seiner Schwarzen Künstler- und Schriftstellerkolleg*innen, die in den 1920er-Jahren die literarische und künstlerische Bewegung Harlem-Renaissance bildeten. Regisseur Sir Isaac Julien war während der Arbeit an diesem Film Teil des Sankofa Film and Video Collective, das sich für die Entwicklung des unabhängigen Schwarzen Filmschaffens einsetzte.
THE ANGELIC CONVERSATION
GB 1975. R: Derek Jarman. Farbe. 78 min. 35mm. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
„Mein strengster Film, und gleichzeitig der, der mir am meisten am Herzen liegt. The Angelic Conversation ist ein Film mit Menschen, die ich mag, an Orten und in Räumen, die ich mag. Der größte Teil des Materials wurde auf der Isle of Grain gedreht, im Osten Londons an der Mündung der Themse, eine sehr geheimnisvolle Landschaft…“ (Derek Jarman)
Kino des Deutschen Filmmuseums
Sa, 18.4., 18.30 Uhr
SALOME
USA 1923. R: Charles Bryant. D: Alla Nazimova, Rose Dione, Mitchell Lewis. 73 Min. 35mm. Stumm mit englischen Zwischentiteln. Live-Musikbegleitung: Maud Nelissen
Der Film aus Nazimovas Stummfilmkarriere mit der bei weitem nachhaltigsten kulturellen Bedeutung war der überaus stilisierte Spielfilm Salome, in dem sie selbst spielte. Als extravagante und leicht anzügliche Art-Nouveau-Adaption der biblischen Geschichte mit Kulissen und Kostümen von Natacha Rambova im Stil von Aubrey Beardsley wurde der Film als feministischer Meilenstein gefeiert und als Kultobjekt verehrt. Kenneth Angers Behauptung, Nazimova habe ausschließlich „homosexuelle“ Darsteller:innen engagiert, lässt sich nicht verifizieren, hat aber nach wie vor große Wirkung. Wie die Filmhistorikerin Patricia White es ausdrückt, gilt Salome heute als einzigartiger Versuch, einen „weiblichen Filmmodernismus” zu schaffen. Der Film wurde im Jahr 2000 in das National Film Registry aufgenommen.
Die Pianistin und Komponistin Maud Nelissen ist ein Star internationaler Stummfilmfestivals wie Bologna oder das San Francisco SFF. Sie war häufig auch in Frankfurt am Main bei Retrospektiven und Festivals (u.a. Germaine Dulac, Asta Nielsen, Alice Guy sowie Remake Frankfurter Frauen Film Tage) zu hören.
Mal seh’n Kino
Di, 22.4, 20 Uhr
Langer Abend der Verführungen
VERFÜHRUNG – DIE GRAUSAME FRAU
DE 1985, Regie: Elfi Mikesch, Monika Treut. Farbe. 84 min. DCP
Der in einem collagenhaft-surrealen Stil inszenierte Film schildert die sadomasochistischen Erlebnisse einer Gruppe von Individuen im irisierenden Umkreis einer Domina und wurde durch Leopold von Sacher Masochs Roman Venus im Pelz inspiriert. Mit Udo Kier, Georgette Dee, Mechthild Grossmann, Carola Regnier, Peter Weibel u.s.
Gäste Monika Treut und Bernadette Kolonko
THE ATTENDANT
GB 1993, Regie: Isaac Julien. Farbe. 8:30 min. 35mm (Kopie angefragt, unbestätigt)
Isaac Julien inszeniert die Geschichte der Sklaverei und das homoerotische Begehren eines schwarzen Museumswärters als barocke Schwulen-Revue. Fremd gleitet die Kamera im Film durch die nächtliche Sammlung des New Yorker Museums und erlaubt in rhythmischen Blitzlichtern ungewohnte Blicke.
TAUSEND KÜSSE AN WANDA
DE 1994, Regie: Eva Heldmann. Farbe. 22 min. DCP
In einem Kinosaal inszenieren Frauen ihre sexuellen Phantasien. Die Bilder versuchen, eine weibliche, pornographische Welt entstehen zu lassen. Der vermutlich einzige pornografische Film, der im Kino mal seh’n gedreht wurde.
In Anwesenheit von Eva Heldmann und einiger Mitwirkender
Pupille – Kino in der Uni
4.5. 19 Uhr
TRANSNORMAL* - Kurzfilmprogramm
Trans*: Stimmen, Selbstbilder, Männlichkeiten
Die Filme zeigen trans* maskuline Personen in kraftvollen (Selbst-)Porträts, in denen sie über ihr Leben, ihre Identität und ihr Begehren reflektieren. Zusammen bilden sie ein vielstimmiges Ensemble, das persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Momentaufnahmen und historische Zeitzeugenschaft verbindet und die Sichtbarkeit von Trans*identität sowie Selbstbestimmung eindrücklich erfahrbar macht.
*Danke an Manuela Mock
MAX
DE 1992, Regie: Monika Treut. Farbe. 27 min. DCP. Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Max Wolf Valerio offenbart seinen Weg als trans* Mann. Selbstbewusst und mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit zur Selbstanalyse erzählt er von seinen Erfahrungen mit Testosteron und Trans*feindlichkeit in der queeren Community.
BOYS IN THE BACKYARD
GB 1997, Regie: Annette Kennerley. Farbe. 22 min. DCP. Englische Originalfassung
Sommer 1993, ein Stück Trans*leben in San Francisco. In ihrem Hinterhof sprechen
Matt und Jo über ihre Daddy-Boy-Beziehung, Tattoos und Tomatenpflanzen.
MATT
GB 1998, Regie: Annette Kennerley. Farbe. 18min. DCP. Englische Originalfassung
Fünf Jahre nach der Entstehung des Videoporträts Boys in the Backyard trifft die Filmemacherin Matt wieder, der von den Erfahrungen und Veränderungen in seinem Leben erzählt.
Gast Annette Kennerley
BAMBI
FRA 2013, Regie: Sébastien Lifshitz. Farbe. 60 min. DCP. Französische Originalfassung mit englischen Untertiteln
Marie-Pierre Pruvot (Bambi) wird in Algerien geboren und arbeitet zunächst in Algier, später in Paris als Cabarettänzerin. Auf einfühlsame Weise erzählt Sébastien Lifshitz von einer Trans*frau, die ihr Leben selbstbestimmt gestaltet – in einer Zeit, in der die gesellschaftliche Akzeptanz von Transidentitäten noch in weiter Ferne liegt. Wir sehen ihr dabei zu, wie sie sich immer wieder neu entdeckt, (er)findet und sich damit konsequent jeder Fremdzuschreibung entzieht. Als persönliches und dokumentarisches Element ergänzen Bambis eigene Super-8-Aufnahmen die Filmarbeit von Lifshitz und geben intime Einblicke in ihr Leben. Bambi erhielt auf der Berlinale den Teddy Award als bester Dokumentarfilm.
Pupille – Kino in der Uni
5.5. 20.15 Uhr
THE AGGRESSIVES
USA 2005, Regie: Daniel Peddle. Farbe. 75 min. DCP. Englische Originalfassung mit englischen Untertiteln
The Aggressives ist ein Dokumentarfilm, in dem der Filmemacher Daniel Peddle über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Gruppe Schwarzer Lesben und gender-nonkonformer Personen in ihrem Alltag und ihren Beziehungen begleitet. Der Film, der als einer der ersten trans* Personen of Color in den Mittelpunkt stellt, verhandelt unterschiedliche Umgangsweisen mit Genderidentitäten. Diese erscheinen oft ambivalent und greifen teilweise selbst auf queerfeindliche und misogyne Stigmatisierungen zurück, geben zugleich jedoch einen wichtigen Einblick darin, wie der Diskurs von und über Gender und Sexualität in der Schwarzen queeren und Trans*-Community im New York der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre geführt wurde.
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