Das Frankfurter Frauenblatt haben wir in unserem DDF-Projekt 2025 vollständig digitalisiert. Die Hefte können aktuell im LUQS in gedruckter und digitaler Form eingesehen werden und bald dann auch online über den META-Katalog des ida-Dachverbands.
"Es begann in einer winzigen Dachkammer in der Germaniastraße 42 in Bornheim. Zehn Frauen zwängten sich dort mit mir [Gisela Leiss] jeden Donnerstag auf improvisierte Sitzgelegenheiten vom Sperrmüll, um das Konzept einer neuen Frauenzeitung zu entwerfen." Ein halbes Jahr später war das Frankfurter Frauenblatt geboren und sollte von 1978 bis 1992 aktuell und kritisch über die Frauenbewegung im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus berichten.
Wie viele andere regionale und überregionale feministische Zeitschriften entstand das Frankfurter Frauenblatt in den 1970er-Jahren aus der neuen Frauenbewegung heraus. Das zuvor erschienene Info-Blatt Frauen wisst ihr schon? (1976–1978) war aufgrund von Differenzen in der Gruppe, vor allem zwischen Heteras und Lesben, eingestellt worden.
Bis auf einige wenige Jahre, in denen aus finanziellen Gründen Hefte ausfielen, erschien das Frankfurter Frauenblatt ab Juni 1978 sechsmal im Jahr. Die Verbreitung der Zeitschrift erfolgte neben den Abos vor allem über regionale Frauenzentren und Frauenbuchläden, zu denen das frisch gedruckte Heft von den Redaktionsmitgliedern selbst per Fahrrad oder Auto gebracht wurde.
Fortlaufende Schwerpunktthemen des Frankfurter Frauenblatts waren die Entwicklung der Frankfurter Frauenbewegung und der Frauenorte, Frauen in der regionalen und internationalen Politik, der Kampf gegen den § 218, feministische Mädchenarbeit und allgemeinere Themen wie Sexualität, Gesundheit, Gewalt und Spiritualität. Aktuelle politische Themen hatten stets Vorrang, so wurde im Juni 1986 das geplante Schwerpunktheft Sport spontan in einen Schwerpunkt zu Tschernobyl umgestellt. Von Anfang an wurden auch Berichte von migrantischen Frankfurter Gruppen, vornehmlich aus der iranischen und kurdischen Community sowie von Organisationen wie dem Verband bi-nationaler Familien und Partnerschaften veröffentlicht. 1981 und 1992 erschienen Schwerpunkthefte zum Thema Migration.
Auch längere Texte zu feministischen Bewegungen in anderen Ländern wie Nicaragua, Mexiko oder Süd-Afrika wurden abgedruckt, viele wurden allerdings von weißen Europäerinnen geschrieben und sprechen über die Lebenssituation von Frauen in den Ländern, nicht mit den Frauen. Vor allem Coverfotos und die Bebilderung solcher Artikel sind aus Perspektive der heutigen postkolonialen Forschung problematisch. Sie reproduzieren damalige koloniale Stereotypen bezüglich der betreffenden Nationen.
Lesbische Themen fanden vor allem ab Ende der 1980er Jahre ihren Weg ins Frankfurter Frauenblatt, vermutlich durch die im Laufe der Zeit zunehmende Zahl an lesbisch lebenden Redaktionsmitgliedern. Themen und Perspektiven zu und von trans wurden im Frankfurter Frauenblatt kaum verhandelt. Im November 1983 gab es ein Schwerpunktheft „Transsexualität“, in dem zwei trans Frauen – dort als „ehemalige Transsexuelle“ bezeichnet – selbst zu Wort kamen und dazu der aktuelle medizinische Forschungsstand wiedergegeben wurde.
Im November 1991 wurde dem Frankfurter Frauenblatt-Kollektiv der Elisabeth-Selbert-Preis verliehen. Wenige Monate später, Anfang 1992, wurde trotzdem die Förderung der Stadt Frankfurt für das Frankfurter Frauenblatt gestrichen. Ohne die städtische Förderung war die Zeitschrift nicht zu halten. Das letzte Heft erschien im November 1992.
Das Frankfurter Frauenblatt haben wir in unserem DDF-Projekt 2025 vollständig digitalisiert. Die Hefte können aktuell im LUQS in gedruckter und digitaler Form eingesehen werden und bald dann auch online über den META-Katalog des ida-Dachverbands.
"Es begann in einer winzigen Dachkammer in der Germaniastraße 42 in Bornheim. Zehn Frauen zwängten sich dort mit mir [Gisela Leiss] jeden Donnerstag auf improvisierte Sitzgelegenheiten vom Sperrmüll, um das Konzept einer neuen Frauenzeitung zu entwerfen." Ein halbes Jahr später war das Frankfurter Frauenblatt geboren und sollte von 1978 bis 1992 aktuell und kritisch über die Frauenbewegung im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus berichten.
Wie viele andere regionale und überregionale feministische Zeitschriften entstand das Frankfurter Frauenblatt in den 1970er-Jahren aus der neuen Frauenbewegung heraus. Das zuvor erschienene Info-Blatt Frauen wisst ihr schon? (1976–1978) war aufgrund von Differenzen in der Gruppe, vor allem zwischen Heteras und Lesben, eingestellt worden.
Bis auf einige wenige Jahre, in denen aus finanziellen Gründen Hefte ausfielen, erschien das Frankfurter Frauenblatt ab Juni 1978 sechsmal im Jahr. Die Verbreitung der Zeitschrift erfolgte neben den Abos vor allem über regionale Frauenzentren und Frauenbuchläden, zu denen das frisch gedruckte Heft von den Redaktionsmitgliedern selbst per Fahrrad oder Auto gebracht wurde.
Fortlaufende Schwerpunktthemen des Frankfurter Frauenblatts waren die Entwicklung der Frankfurter Frauenbewegung und der Frauenorte, Frauen in der regionalen und internationalen Politik, der Kampf gegen den § 218, feministische Mädchenarbeit und allgemeinere Themen wie Sexualität, Gesundheit, Gewalt und Spiritualität. Aktuelle politische Themen hatten stets Vorrang, so wurde im Juni 1986 das geplante Schwerpunktheft Sport spontan in einen Schwerpunkt zu Tschernobyl umgestellt. Von Anfang an wurden auch Berichte von migrantischen Frankfurter Gruppen, vornehmlich aus der iranischen und kurdischen Community sowie von Organisationen wie dem Verband bi-nationaler Familien und Partnerschaften veröffentlicht. 1981 und 1992 erschienen Schwerpunkthefte zum Thema Migration.
Auch längere Texte zu feministischen Bewegungen in anderen Ländern wie Nicaragua, Mexiko oder Süd-Afrika wurden abgedruckt, viele wurden allerdings von weißen Europäerinnen geschrieben und sprechen über die Lebenssituation von Frauen in den Ländern, nicht mit den Frauen. Vor allem Coverfotos und die Bebilderung solcher Artikel sind aus Perspektive der heutigen postkolonialen Forschung problematisch. Sie reproduzieren damalige koloniale Stereotypen bezüglich der betreffenden Nationen.
Lesbische Themen fanden vor allem ab Ende der 1980er Jahre ihren Weg ins Frankfurter Frauenblatt, vermutlich durch die im Laufe der Zeit zunehmende Zahl an lesbisch lebenden Redaktionsmitgliedern. Themen und Perspektiven zu und von trans wurden im Frankfurter Frauenblatt kaum verhandelt. Im November 1983 gab es ein Schwerpunktheft „Transsexualität“, in dem zwei trans Frauen – dort als „ehemalige Transsexuelle“ bezeichnet – selbst zu Wort kamen und dazu der aktuelle medizinische Forschungsstand wiedergegeben wurde.
Im November 1991 wurde dem Frankfurter Frauenblatt-Kollektiv der Elisabeth-Selbert-Preis verliehen. Wenige Monate später, Anfang 1992, wurde trotzdem die Förderung der Stadt Frankfurt für das Frankfurter Frauenblatt gestrichen. Ohne die städtische Förderung war die Zeitschrift nicht zu halten. Das letzte Heft erschien im November 1992.

Die Nullnummer von Juli 1978

In den 80ern mit mehr Farbe

Neues Layout zum 10-jährigen Jubiläum

Das letzte Heft November 1992
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